Verteilung von CO2-Emissionen

Verteilung von CO2-Emissionen

9. November, 2009

John Prescott, ehemaliger stellvertretender Premierminister von Großbritannien und britischer Klima-Verhandlungsführer, fordert die entwickelten Länder dazu auf, ihr Streben nach ungezügeltem Wirtschaftswachstum einzuschränken. Aufgrund des erwarteten Anstiegs der Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen bis 2050 erwartet Prescott, dass die anstehenden Klimaverhandlungen in Kopenhagen weitaus wichtiger und komplexer sein werden als 1997 in Kyoto.

In einem Interview mit dem Guardian forderte Prescott die entwickelten Länder dazu auf, ein neues Modell des Wirtschaftswachstums zu akzeptieren, das weltweit für eine gerechtere Verteilung der CO2-Emissionen sorgt. Er fügte hinzu, dass die Verhandlungen in Kopenhagen wahrscheinlich erst fünf vor zwölf entschieden würden, aber dass ohne eine fairer ausgerichtete Verteilung der Emissionen kein globaler Konsens erzielt werden könne.

"Tatsache ist, dass die Welt einen Rationierungsprozess gefunden hat. Dabei geht es nicht darum (...), möglichst schnell zu wachsen, Aufträge zu bekommen und die übrige Welt zu missachten", erklärte er gegenüber dem Guardian. "2050 wird die Weltbevölkerung 9 Milliarden Menschen betragen. Wenn wir weiterhin Wachstum und Reichtum wünschen, verwenden wir dann das derzeitige Modell weiter? Das ist unmoralisch."

Prescott ist bei den Verhandlungen diesmal kein Hauptakteur, aber er wird die Verhandlungen in Kopenhagen im Dezember als Berichterstatter für den Europarat besuchen, sodass er sich als Beobachter Gehör verschaffen kann.

Seiner Meinung nach ging es bei Kyoto darum, einen Rahmen zu schaffen, während Kopenhagen ein Versuch ist, alle Länder einzubeziehen. Obwohl die USA und China jetzt sehr viel stärker beteiligt sind und die Wissenschaft dieses Mal weitgehender akzeptiert wird, glaubt er, dass die Verhandlungen "zehnmal schwieriger" als in 1997 sein werden, da mehr Länder teilnehmen und die Probleme komplexer sind.

Seine Bemerkungen berühren ein Kernproblem: Wie können Entwicklungsländer wie China und Indien für Wirtschaftswachstum sorgen und Milliarden von Menschen aus der Armut führen, ohne enorme Treibhausgasemissionen zu erzeugen, wie dies beim Wachstum in der entwickelten Welt in der Vergangenheit der Fall war.

Quelle/Weitere Informationen

The Guardian (Englisch)


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