Auswirkungen der Ölpest

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15. Juni, 2010

Ölpest hat möglicherweise auch ihr Gutes

Der Earth Day 2010 sollte ein Fest zu Ehren unseres Planeten werden. Aber er wurde letztlich kein besonders guter Tag für die Erde. An diesem Tag ereignete sich eine der größten Ölkatastrophen der jüngeren Geschichte: die Explosion der Ölbohrplattform Deep Horizon im Golf von Mexiko. US-Präsident Obama bezeichnete die Ölpest als eine "gewaltige und so noch nie da gewesene Katastrophe" und fror alle anstehenden Hochseeölbohrprojekte ein. Aber könnte diese Ölpest nicht auch ein Moment der Umbesinnung sein, ein Ereignis, das letztlich der Umwelt zum Vorteil gereicht?

Wir brauchen täglich Öl, Kohle oder Erdgas für ganz alltägliche Dinge wie Strom im Eigenheim oder Fortbewegung. Ironie des Schicksals ist es, dass ausgerechnet die USA am meisten von der aktuellen Ölkatastrophe betroffen sind. Das Land ist zwar selbst kein großer Ölförderer, die USA sind größtenteils auf Ölimporte angewiesen, ist jedoch mit einem Verbrauch von circa 20 Millionen Barrel pro Tag weit vor China der weltweit größte Ölkonsument. Ein Beispiel: Die Vereinigten Staaten alleine verbrauchen mehr Motorenkraftstoff als Europa, Afrika und Asien zusammen. Wir sind uns zwar vollkommen der begrenzten Ressourcen und der negativen Nebeneffekte des Ölkonsums bewusst, zögern aber, unsere Abhängigkeit zu verringern, indem wir fossile Brennstoffe durch erneuerbare und umweltfreundlichere Alternativen ersetzen.

Ein riskantes Unterfangen

Begrenzte Ressourcen und schädliche Kohlendioxidemissionen sind nicht die einzigen negativen Aspekte des Verbrennens fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung. Da sie tief unter der Erdoberfläche gebildet wurden, ist es schwierig, teuer und riskant, sie zu fördern. Die Hochseeölförderung stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, insbesondere wenn man die extrem niedrigen Temperaturen, den enormen Wasserdruck und das vollständige Fehlen von Licht am Meeresboden in Betracht zieht. Jean-Michel Cousteau ist der Sohn Jacques Cousteaus, des legendären Erforschers der Ozeane. Als Umweltschützer, Dokumentarfilmer und Präsident der Oceans Future Society ist Cousteau Junior ein erbitterter Gegner der Hochseeölförderung.

Eine wahrhafte Katastrophe

Anlässlich der Ölpest im Golf von Mexiko diktierte Cousteau der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir können diese Vorfälle nicht ungeschehen machen, aber wir müssen von Ihnen lernen. (…) Leider werden störungssichere Systeme häufig erst durch eine Katastrophe als fehlerhaft entlarvt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Ölbohrungen in solchen Gebieten falsch sind."

Alternative Energiequellen

Der volle Umfang der Folgeschäden der Ölpest im Golf von Mexiko ist zwar noch nicht bekannt, aber möglicherweise hat diese Katastrophe auch etwas Gutes. Sie könnte die Unterstützung für alternative Energiequellen fördern. Das Wissen um die Gefahren des Erdöls und anderer fossiler Energieträger könnte in den USA die politische Unterstützung alternativer Energiequellen stärken, was zu entsprechender Gesetzgebung im Energiebereich und hinsichtlich des Klimawechsels führen könnte. Sollte dies geschehen, und sollten sich andere Staaten daran ein Beispiel nehmen, dann würde der Earth Day 2010 in Zukunft möglicherweise für etwas Besseres als die BP-Ölpest in Erinnerung bleiben. In den Worten von Jean-Michel Cousteau: "Es hat bisher niemandem geschadet, wenn Energie aus Sonnenlicht, Tidenhub, Wellen, Meeresströmungen oder dem Temperaturunterschied zwischen Meeresoberfläche und Tiefsee gewonnen wurde. Diese Dinge scheinen vergleichsweise frei von Risiken zu sein."

Quellen/Weitere Informationen

US Department of Energy (Energieministerium der USA)

Globale Ölverbrauchsstatistiken

Umweltschützer und Filmemacher Jean-Michel Cousteau über die Ölpest



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