Klimaneutrale Häuser

Klimaneutrale Häuser

Klimaneutrale H%C3%A4user

12. Januar, 2010

Erinnern Sie sich an "Our House", den alten Song von Crosby, Stills, Nash and Young über ein wunderschönes Haus mit Katzen im Garten und Holzscheiten im Kamin? In einer modernen Version würden die Katzen im Garten durch Windturbinen und Solarpaneele ersetzt und das Holz im Kamin durch Wärmedämmung und Dreifachverglasung. Auch wenn man vielleicht Abstriche bei der Gemütlichkeit machen muss, lässt sich so die Energieeffizienz deutlich steigern – ein großer Schritt hin zu einem klimaneutralen und damit zukunftsweisenden Haus.

Häuser sind undicht. Ohne die richtige Dämmung entweicht Wärme, und kalte Luft dringt durch Dach, Wände, Böden, Türen, Fenster und Risse und Spalten ein. Dass wir die Heizung nicht aufdrehen, wenn die Türen weit geöffnet sind, scheint selbstverständlich, doch uns ist oft nicht bewusst, dass wir ohne eine gute Dämmung auch bei geschlossenen Türen fast denselben Effekt erzielen. Zusammen mit unserem Wasserverbrauch und der Stromnutzung durch Haushalts- und Elektrogeräte wird aus unserem gemütlichen Heim plötzlich ein CO2-Horrorhaus.

Klimalösung
In den Industrieländern wird durchschnittlich ein Viertel des CO2-Ausstoßes durch Gebäude verursacht. Ein klimaneutrales Haus generiert im Laufe eines Jahres so viel Leistung wie es selbst benötigt und hat deswegen einen CO2-Nettoausstoß von Null. Aufgrund der schnell schwindenden Ölreserven und der ständigen globalen Erwärmung sehen Regierungen weltweit nun klimaneutrale Häuser als Möglichkeit, unser Klima in den Griff zu bekommen.

Doch um ein wirklich neutrales Haus zu erhalten, reichen starke Dämmung und Dreifachverglasung nicht aus. Klimaneutrale Häuser haben bessere Kontroll- und Steuermöglichkeiten wie beispielsweise intelligente Messgeräte, so dass die Bewohner ihren Energieverbrauch ganz einfach lenken und verringern können. Die Verwendung erneuerbarer Energie, die durch Windturbinen und Solarpaneele erzeugt wird, ist ein weiterer wichtiger Faktor. Klimaneutrale Häuser produzieren kein CO2, da sie extrem energieeffizient sind und erneuerbare Energie erzeugen. Möglicherweise können sie sogar klimanegativ gestaltet werden, was bedeutet, dass mehr Energie generiert als von den Bewohnern verbraucht wird.

Bahnbrechende Projekte
Um die Energieeffizienz weiter zu steigern, sind zusätzliche Maßnahmen möglich. Beispielsweise können wir stromsparende Haushaltsgeräte nutzen und einen Regenwassertank bzw. ein Wasserwiederaufbereitungssystem einsetzen, um Toiletten und Waschmaschine damit zu versorgen.

Bereits stehende Häuser können mit allen erforderlichen Verbesserungen ausgestattet werden, doch der Bau eines neuen Hauses kann ebenfalls eine kosteneffektive Alternative sein. Bislang gibt es nur wenige wirklich klimaneutrale Häuser, doch in Großbritannien, den Niederlanden und einigen anderen europäischen Ländern wurden interessante Projekte gestartet, die Pionierarbeit leisten sollen.

In Deutschland und Schweden gibt es bereits Tausende so genannter Passivhäuser. Diese sind zwar noch nicht komplett klimaneutral, müssen jedoch gar nicht oder nur kaum beheizt werden, da sie sehr gut gedämmt sind. In Großbritannien sollen ab 2016 alle Häuser klimaneutral sein, und in den Niederlanden wird das erste dieser Häuser noch vor dem Ende des Jahres fertig gestellt.

Am Abgrund
Was das Klima auf der Erde angeht, befindet sich die Menschheit, von immer mehr Naturkatastrophen heimgesucht, bereits am Rande des Abgrunds. Die einzige Möglichkeit besteht darin, den CO2-Ausstoß, den wir durch unsere Lebensweise erzeugen, drastisch zu verringern. Die Umwandlung unserer Häuser in klimaneutrale Gebäude ist nicht nur eine gute Idee, sondern eine Notwendigkeit. Und wir müssen noch heute damit beginnen.

Quelle/Weitere Informationen

Britische Regierungsrichtlinie zu klimaneutralen Häusern (Englisch)

The Guardian



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