Grün ist das neue Gold
3. Juni, 2010
Steigende Umsätze belegen, dass sich nachhaltiges Wirtschaften auszahlt.
Vor 40 Jahren sagte der legendäre US-amerikanische Ökonom Milton Friedman, dass die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens ausschließlich darin bestehe, den Gewinn zu maximieren. Der Nobelpreisträger fügte hinzu, dass Sozialpolitik in Unternehmen nichts verloren hätte. Sie steigere die Gewinne nicht und werde von Aktionären, Verbrauchern oder dem Steuerzahler finanziert. Die Zeiten haben sich geändert und die neuesten Entwicklungen zeigen ein differenzierteres Bild: Gewinne und Grundsätze passen gut zusammen. Verbraucher achten auf die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, und deren Nachfrage motiviert Unternehmen dazu, ihren Erfolg auf ein verantwortliches Handeln zu stützen.
Verbraucher, Umwelt, Gewinn
Bei der gesellschaftlichen Verantwortung eines Unternehmens geht es darum, die Interessen der Bevölkerung bei der Entwicklung von Geschäftsstrategien zu berücksichtigen. Dabei sind gleich drei Faktoren von Bedeutung: Verbraucher, Umwelt, Gewinn. Es ist schwer vorstellbar, wie jemand diese offensichtliche Win-Win-Situation ablehnen könnte. Kritiker sind jedoch der Meinung, dass die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens seinem wichtigsten Ziel im Weg stehe, der Gewinnmaximierung. Sie vertreten zudem die Ansicht, dass eine auf Grundsätzen basierende Unternehmensführung reine Augenwischerei bzw. eine Form von Selbstregulierung sei, mit der die Regierung, die die mächtigen multinationalen Unternehmen überwacht, ersetzt werden soll. Die Verbraucher bewerten die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen hingegen als positiv. Wichtige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie PricewaterhouseCoopers und KPMG untersuchen regelmäßig die Auswirkungen der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung, und die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen, die sich in diesem Bereich engagieren, im Vergleich besser abschneiden.
Eine Revolution der Verantwortung
Obwohl unternehmerische soziale Verantwortung mehr als nur Nachhaltigkeit bedeutet, steht der ökologische Aspekt dieser Unternehmenspolitik derzeit im Vordergrund. Trotz unsicherer wirtschaftlicher Zeiten wächst der Markt für umweltfreundliche Produkte. Der Umsatz von Hybridautos, energiesparender Beleuchtung, Biolebensmitteln und Öko-Kleidung steigt – selbst bei höheren Preisen. Laut einer Umfrage des amerikanischen Nachrichtenmagazins TIME haben mehr als 6 von 10 Amerikanern seit Januar 2009 Bioprodukte gekauft. Fast 40 % der Befragten gaben an, sie haben das Produkt gekauft, weil Sie die sozialen und politischen Werte des Unternehmens gut fanden. Das Magazin kam zu dem Schluss, dass es "Anzeichen für einen Wandel in der Einstellung gäbe, eine Art sozialen Vertrag zwischen Verbrauchern, Unternehmen und Regierung. Das ist der Beginn einer Revolution der Verantwortung.“
Ökologische Zielsetzungen
Die Verbraucher von heute sind kritisch und haben großen Einfluss: Sie boykottieren Produkte, die sie nicht mögen, und Unternehmen, denen sie nicht vertrauen. Außerdem zeigen sie ihr Wohlwollen gegenüber bestimmten Produkten durch ihre Kaufentscheidung. Als Ergebnis davon übertrumpfen sich Unternehmen gegenseitig bei ihren Öko-Bemühungen in der Hoffnung auf mehr Gewinn und ein positives Image. Selbst ohne derartige "Anreize" arbeiten Unternehmen an der Verbesserung ihrer ökologischen Ziele. Vor kurzem meldete Philips Electronics, dass die Ziele für den Verkauf ökologischer Produkte drei Jahre früher als vorgesehen erreicht wurden und neue Ziele für das Jahr 2015 aufgestellt wurden. Das internationale niederländische Unternehmen erklärte, dass umweltfreundliche Produkte wie energiesparende Beleuchtung und Produkte aus bio-basiertem Kunststoff im vergangenen Jahr beinahe ein Drittel des Umsatzes ausmachten. Philips hat Nachhaltigkeit erfolgreich in seine Unternehmensstrategie integriert. Zwar ist es dabei nicht das erste multinationale Unternehmen, es wird aber gewiss ein Vorbild für andere Unternehmen sein, diesem Beispiel zu folgen.
Quelle/Weitere Informationen:
Ranking der nachhaltigsten Unternehmen 2009 von Newsweek
Philips übertrifft ökologische Ziele
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Erfahren Sie mehr darüber, wie Philips die Herausforderungen des Klimaschutzes annimmt.
