Finanzkrise und  Klimawandel

Finanzkrise und Klimawandel

Finanzkrise und  Klimawandel

14. Januar, 2010

Die Wirtschaftskrise, die vor zwei Jahren ihren Anfang nahm, könnte von unerwartetem Vorteil sein: Sie bietet uns eine Chance, den Ausstoß von CO2-Emissionen, der größten Ursache für die Erderwärmung, zu verlangsamen. Gemäß der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency, IEA) erleichtert es die globale Wirtschaftskrise, die Zunahme der Treibhausgasverschmutzung aufzuhalten, und bietet die Gelegenheit, eine Zukunft mit geringen CO2-Emissionen zu gestalten. Zwei bedeutende britische Klimaexperten sehen zudem eine Chance, den Klimawandel durch eine Behebung der Finanzkrise zu verlangsamen. Vorausgesetzt, dies geschieht auf die richtige Weise durch umfangreiche Investitionen.

Die IEA prognostiziert, dass die globalen CO2-Emissionen in diesem Jahr um drei Prozent zurückgehen werden. Die IEA-Schätzung ist Teil des World Energy Outlook-Berichts, aus dem ein Auszug Anfang dieses Monats in Bangkok veröffentlicht wurde. Dort fanden die jährlichen Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen statt. Auf einer Pressekonferenz erklärte Fatih Birol, Chefökonom der IEA, dass es bei der energiebezogenen CO2-Verschmutzung seiner Überzeugung nach zu dem in vierzig Jahren stärksten Rückgang kommen wird. Bisher wuchsen die globalen CO2-Emissionen im Durchschnitt um drei Prozent pro Jahr an.   

Der Rückgang ist zweifellos auf die Rezession zurückzuführen. Die Weltwirtschaft basiert auf fossilen Brennstoffen, und Wachstum steht in engem Zusammenhang mit der CO2-Verschmutzung. Daher ist eine Rezession mit geringeren Emissionen gleichzusetzen. Zumindest für eine gewisse Zeit. In einem vom Guardian veröffentlichten Artikel erklären die Umwelt- und Klimaexperten Sir David King und Terry Barker, dass die Wirtschaftskrise ihrer Überzeugung nach durchaus den Stimulus schaffen könnte, der für einen Übergang zu einer Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen erforderlich ist.

Ihrer Meinung nach zeigt die Finanzkrise, dass ein Bedarf an beträchtlichen Investitionen der Regierungen, d. h. finanziellen Anreizen, besteht, um das Vertrauen, die Ausgaben und die Beschäftigung wieder auf ein normales Niveau zu bringen. Und dabei kann die Behebung der Wirtschaftskrise laut King und Barker die Klimapolitik unterstützen. Die Investitionen sollten darauf gerichtet sein, die Nationalwirtschaften und den internationalen Transportverkehr beschleunigt zu dekarbonisieren. In Zeiten trüber Wirtschaftsaussichten sind Investitionen in Dinge wie Infrastruktur und neue Technologien preisgünstiger und bieten größere Vorteile, argumentieren King und Barker.

Beide betrachten die Lösung der globalen Finanzkrise als Chance, einen schnellen Wechsel zu einer CO2-armen Wirtschaft anzukurbeln. Abschließend betonen sie in ihrem Aufruf, dass dies unbedingt erforderlich ist, wenn ein gefährlicher Klimawandel abgewendet werden soll. Der IEA-Ökonom Birol ist überzeugt, dass der "mit einem Silberstreif gleichzusetzende Rückgang" an CO2-Emissionen eine "einmalige Gelegenheit" für die Welt ist, einen Weg einzuschlagen, auf dem die Erhöhung der globalen Temperaturen auf zwei Grad Celsius beschränkt wird. Dies ist der wissenschaftliche Grenzbereich für gefährliche Erderwärmung.
 
Quelle/Weitere Informationen:
Yahoo News
 
http://news.yahoo.com/s/afp/20091006/ts_afp/climatewarmingenergyeconomyiea_20091006180736

Guardian

http://www.guardian.co.uk/environment/cif-green/2009/mar/17/climate-change-king




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